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Lieber Jesus... warum???

ich weiß nicht. ich denke an meinen alten freund, du weißt wen ich meine. ich vermisse ihn sehr ... meine erinnerungen verblassen. dabei sagt man doch immer: was bleibt sind die erinnerungen.

aber bei mir ist das nicht so. ich sehe fotos und erinne mich vielleicht ein wenig, aber es macht mich schwer traurig, vieles zu vergessen. ich bin allein. ja, manchmal fühle ich mich einfach nur allein. er fehlt mich so. du weißt es. ich wünschte ich hätte abschied nehmen können. nun frage ich mich ständig: was wäre gewesen wenn...

ich konnte nichts tun und das macht mich krank. einmal bin ich gut gelaunt, einmal tief traurig. ich vermisse ihn, er war mein ein und alles und mein engel. vielleicht war er mein schutzengel und ich durfte ihn nur kennenlernen, wer weiß. ich weiß, was du tust ist richtig und vertraue da gnaz auf dich, aber verstehen kann ich dich nicht.

ich war krank vor sorge..wie konntest du es zulassen? warum hast du das gemacht? ich habe ihn gebraucht und er mich ! er war mein und ich war sein. es ist schrecklich, ich bin so traurig. noch 4 jahre später kann ich das alles nicht verkraften und schreibe briefe. du weißt wie es ist und wie es mir geht. ich vermisse ihn so sehr. ich brauche ihn... ! ich kann nicht vergessen was geschah. ich kann nicht vergessen. manchmal wenn ich mit emma spazieren gehe, weine ich und singe unser lied und dann fühle ich mich ihm und dir nah und ich denke, dass er sicher bei dir ist. aber manchmal habe ich das gefühl niemand ist da ! niemand, nicht einmal du.

ja, das ist ein vorwurf, ich weiß du kannst überall sein. du bist gott und warum fühle ich mich dann trotzdem allein? warum habe ich in diesen moment das gefühl, du wärst nich da? er war der einzige dem ich immer alles anvertraut habe und du wusstest das. seine zeit war noch längst nicht gekommen, das weißt du auch. 8 jahre freundschaft wolltest du uns nur gönnen. ich frage dich, warum?????????????????

du weißt, dass eine freundschaft fürs leben war. es war ein fehler. ein fehler war es, ihn mir zu nehmen. gott bring ihn zurück! bring ihn zurück. ich kann ohne ihn nicht leben. wenn ich alleine bin, lege ich meine fröhlich maske ab. du weißt es. ich bin einsam ohne ihn. gib ihn mir doch zurück. ich kann nicht atmen. ich kann nicht atmen... muss nach luft ringen wenn ich nur daran denke. am 30. märz ist es dann 4 jahre her. was werde ich an diesem tag tun? was soll ich machen? wo soll ich mich verstecken? woher bekomme ich ein atemgerät, dass ich nicht vor schmerz ersticke? wohin kann ich gehen, dass mich niemand sieht? ich könnte es nicht einmal meinen freunden sagen warum ich nich gut gelaunt bin. niemand würde es begreifen. zeit heilt alle wunden heißt es immer. scheinbar nicht. was tut man dagegen? ich will nich mehr. ich kann nicht mehr. immer daran denken macht mich fertig. es ist vielleicht nicht jeden tag so extrem, aber zu oft um normal zu denken, zu leben und zu lachen.

gucke ich nach rechts, sehe ich ein foto. ich kann mich nicht halten. meine tränen fliessen wie bäche über mein gesicht. ich schluchze und könnte in tränen ertrinken. mache ich schublade auf, finde ich die briefe, die ich schrieb. seit dem 31. März 2004. es sind viele. wirklich viele. ich habe nie ein tagebuch kontinuierlich führen können, doch diese briefe schreiben. ich habe nich jeden monat einen brief geschrieben, doch es sind viele, denn es kommt nicht auf die quantität an. ich kann diese briefe nur lesen, wenn ich allein bin. denn dann kann ich nur noch weinen. ich war erst 14. 14 jahre alt und schrieb briefe an meinen besten freund, den ich nie wieder sehen würde. wenn ich sie heute lese, läuft es mir eiskalt den rücken hinunter. in jedem brief sind einige worte von tränen verschmiert. manche briefe sind nahezu aufgeweicht.am 30. märz werde ich sie lesen und ich frage mich wie ich diesen tag überleben soll. an ihn denke werde ich so oder so. verdrängen kann und will es nicht, denn dann käme ich mir vor wie ein verräter.

4 jahre ist es her. 4 jahre. und immernoch dieser schmerz. weißt du, wie ich leide? ungewissheit über wochen und monate und plötzlich war er nicht mehr da. er ist gegangen ohne ein wort. und du lässt es zu, dass er sich nicht einmal von mir verabschieden konnte? wenn mein ende irgendwann einmal kommt und ich endlich zu dir komme, dann bist du mir eine antwort schuldig. dann will ich wissen, was das für einen sinn hatte, dass du mir das wichtigste genommen hast. ich brauchte ihn und er brauchte mich ... ich kann dich nicht verstehen. warum lässt du das zu? ich konnte nicht mehr atmen als ich es langsam realisierte. ich konnte mich nicht bewegen, rang nach luft und konnte monate an nichts anderes denken. ich war krank. einfach krank und du weißt wie sehr mir das weh tat. du weißt auch, wie sehr mich das gekennzeichnet hat. leid ist kein ausdruck für das was ich empfand und empfinde. ich möchte schreien. einfach schreien und raus. ihn sehen, wissen dass es ihm gut geht. nie werde ich vergessen, was geschah. niemals werde ich es vergessen. den wohl schlimmsten moment meines lebens, als ich erkennen musste, dass er gegangen war. als ich erkennen musste, dass ich leben ohne ihn leben sollte, als ich erkennen musste, dass ich mich alleine trösten musste, mich selbst aufbauen und unterstützen.

gott, spürst du mich? hörst du mich? siehst du mich?

meinem herz fehlt ein stück. du weißt es ganz genau.

 

7.2.08 19:58
 


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